Projekte

Beerdigungen, Hochzeiten…

© Walter Pobaschnig

…es gibt Situationen im Leben, die Feste brauchen. Nach meiner Erfahrung kann Musik, die von Menschen für Menschen gesungen, gespielt wird, ein Fest auf eine andere Ebene heben, dem Fest einen Anker geben. Dafür suche ich zusammen mit den Feiernden die Musik sorgsam aus, singe a-cappella oder in Begleitung, z.B. mit der Pianistin Nadia Belneeva… . Wie wäre es z.B., ein vertrautes Wiegenlied am Grab zu hören, mit dieser intimsten aller musikalischen Formen einen innigen Abschied zu feiern oder auf einer Hochzeit mitten im Tanz einen Tango oder das bekannte französisches Lied „La Vie en Rose“ live zu erleben?

schreiben Sie mir eine Mail oder rufen Sie mich gern an: +491776961977

gern verlinke ich für den Raum Basel Hugo Karl Buser – freier Zeremonienleiter „LETO Zeremonien“ https://www.zeremonien-leto.ch/

“YE GENTLE SPIRITS OF THE AIR” – ein musiktheatralisches Wandelkonzert mit Musik von Henry Purcell

Ausgehend von der derzeitigen Situation der Pandemie, dem brachliegenden Kulturleben, haben wir überlegt, wie wir Kultur trotz allem für die Menschen erlebbar machen können. Einerseits interessierte uns die Realisierung eines Konzertes außerhalb eines Raumes und andererseits wollten wir Eurythmie (Tanz) mit Musik und Gesang verbinden und einen theatralischen Moment im Konzert schaffen. In unserem Programm erklingt durch die Kunst von Gesang und Musik Hörbares und wird durch die Kunst der Eurythmie sichtbar gemacht. An einem Sommerabend, in der Dämmerung, versammeln wir uns mit dem Publikum in der Naturkulisse.  Mit Hilfe der Lieder aus der Oper “The fairy Queen” von Henry Purcell (1659-1695) u.a.  lassen wir einen Sommernachtstraum entstehen. Die Bearbeitung der Musik für die Besetzung Laute, Gambe und Traversflöte ersetzt das Orchester. Die Kammermusikbesetzung hilft uns auch, wenn wettertechnisch möglich, unter freien Himmel zu musizieren. Wir konnten damit auf die Zeit reagieren und live Musik (im Sommer 2021) anbieten.  Wir fanden drei verschiedene Orte auf dem Hügel am Goetheanum in Dornach. Auch akkustisch war es reizvoll und spannend für das Publikum, wie sich der Klang von Ort zu Ort veränderte.

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Ein ungeschriebenes Requiem für Hedwig Bernhard oder Rilke im Kopf und Herz

Die Begegnung der Schauspielerin Hedwig Bernhard (1892-1943) mit Rainer Maria Rilke (1875-1926), acapella mit Kompositionen von M.Feldman, J. Corigliano und hebräischen Liedern

Soloperformance, ca.20min, Premiere bei salonparcours, Wien, November 2021

mit:

„Ani ma‘amin“ – Hebräisches Gebet

„Shatter me, music“ (2003), R.M. Rilke (1875-1826): „An die Musik“ „Bestürz mich Musik“ ,
adaptiert von Mark Adamo, Musik: J. Corigliano (*1938)

„Only“ (1946), 23. Sonett an Orpheus, Übers. James Blair Leishman
Musik: Morton Feldmann (1926-1986)

„Das ist vielleicht nur Träumerei!“ Lieder des Pierrot von Werner Richard Heymann u. Max Kowalski

Lieder von Werner Richard Heymann op.1 u. op.7, Pierrot Lieder für das Kabarett der frühen 20 ziger und Filmschlager und von Max Kowalski 12 Gedichte des Pierrot Lunaire op.4 – am Klavier: Sebastian Kennerknecht

Kaum ein Charakter der Commedia dell’Arte hat bis heute eine so nachhaltige Wirkung auf die Kunstszene wie der Pierrot. Obwohl er zur Blütezeit der Commedia aufgrund seiner Langsamkeit auf den Strassenbühnen nicht so beliebt war, traf er später den Zeitgeist der Romantik, war Sinnbild der Jahrhundertwende um1900, Symbol der Bohème, dem Künstler, der nachts arbeitet, sich inspiriert, im Caféhaus seinen Tag verbringt. Die Figur des Pierrots ist gleichzeitig Ausdruck der Dekadenz und Todessehnsucht der gehobenen Gesellschaft des ausgehenden 19. Jahrhundert.

Fanny von Reventlow (1871-1918) Schriftstellerin, Geliebte von Rilke und Wedekind- Vorbild seiner Lulu, liebte es, als Pierrot verkleidet, abends in Gesellschaften zu erscheinen. Max Kowalski (1882-1956) sowie auch Werner Richard Heymann (1896-1961) waren von dieser Figur fasziniert, sogen diese ausgehende Ära mit ihren Schriftstellern, Malern, Musikern  vor den beiden Weltkriegen als junge Männer in sich auf.

Wer kennt den Namen Werner Richard Heymann? Er ist der Komponist, der den deutschen Tonfilm erfand und entscheidend prägte. Seine Schlager aus Filmen wie „Die drei von der Tankstelle“ oder „Ein blonder Traum“ sind weltberühmt, unzählige Male interpretiert, u.a. von den Comedian Harmonist. 1933 verließ er Deutschland. Er komponierte weiter in Hollywood und kehrte 1946 zurück nach Deutschland. Aber es blieb der Bruch in seiner Biografie, der nie heilen durfte, seinen Namen vergessen ließ. Die Schlager leben weiter. Aber sein Oeuvre ist viel umfassender. In seinen beiden Liederzyklen aus dem Jahre 1916 und 1919 stellt er sich als begabter klassischer Komponist vor. Sie sind auf keiner Aufnahme bisher zu finden und voller Poesie und Schönheit. Er vertont R.M. Rilke, Klabund und Gedichte seines im 1. Weltkrieg gefallenen Bruders Walter Heymann. Außerdem gibt es von ihm unzählige Lieder für das Kabarett, die das Leben der 20ziger Jahre in Berlin widerspiegeln.

Max Kowalski, Rechtsanwalt, Sänger und Komponist, war ein enger Freund Arnold Schönbergs, der seine musikalischen Werke sehr schätzte. Er wurde 1938 in das KZ Buchenwald deportiert. Dadurch versuchten die Nazis ihn zur Auswanderung zu erpressen, um so sein Vermögen konfiszieren zu können. 1939 verließ er Deutschland und ging nach England ins Exil. Seine Frau nahm sich nach Internierungen in verschiedenen Konzentrationslagern 1938 das Leben. Max Kowalski hielt sich als Klavierstimmer, Synagogensänger und Gesangslehrer in London über Wasser, wo er 1956 verstarb. Mit der Darbietung des musikalisch hochinteressanten spätromantischen Zyklus „Pierrot Lunaire“ holen wir einen wahren Schatz der Musikgeschichte wieder ans Licht der Öffentlichkeit. Es sind die somnambulen Verse des belgischen Dichters Albert Giraud (1860-1929). Der Berliner Bohemien Otto Erich Hartleben (1864-1905) hat sie ins Deutsche übersetzt.

Mein Herz ist wach

…eine Stunde mit Gedanken aus Aufzeichnungen und Briefen von Sophie (1921-1943) und Hans (1918-1943) Scholl von 1938 bis zu den vier letzten
Tagen vor ihrer Hinrichtung am 22. Feb. 1943, eingebettet in Kompositionen von Orlanda di Lasso, Johann
Sebastian Bach, Fanny Hensel, Joaquín Rodrigo, Jacques Ibert,
Albert Roussel , André Caplet und Udo Zimmermann.

Travers- und Querflöte: Julia Palac